Sonja Ismayr ist die Preisträgerin des 23. Aichacher Kunstpreises

Die Künstlerin ist in Bamberg geboren, lebt und arbeitet in Leipzig.

Aus der Begründung zur Vergabe des 23. Aichacher Kunstpreis an Sonja Ismayr:
Der 23. Aichacher Kunstpreis geht an eine Arbeit, die vielleicht nicht besonders auffällt. Die Arbeit bezieht sich namentlich auf einen Ort, der in der Arbeit selbst gar nicht vorkommt, Rom. Dieser Ort wird damit gewissermaßen zu einem Ort der Sehnsucht. Über Jahrhunderte ist dieser Ort im Focus von Literaten, Philosophen und vor allem auch bildender Künstler gestanden. Wie gesagt, in der Arbeit ist nichts von diesem Ort gegenständlich. Auch Menschen kommen in dem Werk nicht vor, es sei denn in der Rolle des Betrachters, der eingeladen wird, die Sichtweise des Künstlers einzunehmen. Jeder der das Werk betrachtet, hat die Einladung schon angenommen und betritt einen neuen Raum.
Es ist ein Raum, der vom Motiv her kein Ende hat, der Himmel. Darin Vögel, die den Himmel bevölkern, Stare vielleicht. Es sind übereinander gelagerte Fotografien, auf Folie aufgetragen. Sie sind offenbar an unterschiedlichen Tagen, aber um die gleiche Uhrzeit aufgenommen worden.
Jenseits des titelgebenden Raums, in ein und demselben Raum, den der Betrachter vor Augen hat, entsteht so eine eigene, künstliche Dynamik, eine neue Realität. Die Gleichzeitigkeit von Bewegungen zu verschiedenen Zeiten an einem Ort. Die Lichtinstallation hat den Effekt, die Veränderung im Gleichen zu zeigen und zu verstärken.
Mit „uccelli su Roma“ (Vögel über Rom) gelingt es der Künstlerin, uns in einen kulturellen Motivraum zu führen und uns mit ihrer Arbeit gewissermaßen in einen Zeitraum blicken zu lassen. Über einen Ort der Sehnsucht versteht sie es einen nicht ganz einfachen abstrakten Begriff gegenständlich zu machen.